Na, das war aber eine kurze Challenge, bei der ich jede Woche täglich zu einem Thema schreiben wollte! Sie dauerte 2 Wochen. Und jetzt befinden wir uns bereits in Kalenderwoche 13 des Jahres 2023.
Ich schreibe heute mit einem neuen Plan für mich. Denn ich gebe es zu. Ich bin nicht erfüllt, nicht von 3 Nächten hintereinander Netflix Serien schauen, nicht von online Spielen, nicht von meinem beruflichen Projekt, das sich sogar mit Nachhaltigkeit beschäftigt, schon gar nicht von der Unordnung in meinem Leben und der aktuellen Unfähigkeit meine Steuererklärung zu machen.
Seit dem ich schreiben kann, wollte ich immer schreiben. Und alle, die mich länger in meinem Leben begleiten, sagen zu mir, schreib doch was! Ja, das schreiben, die große Lust, die ich verspüre, wenn meine Finger über die Tastatur huschen, oder Linien auf Papier entstehen… Ich liebe es zu schreiben. Aber .. aber natürlich folgt zugleich ein ziemlich großes „Aber“. „Aber worüber kann ich schreiben?“ Ich lebe ein gutes Leben. (Definiere „gut“). Ich hatte das Glück privilegiert aufzuwachsen, sprich, einigermaßen gut Liebe bekommen, behütet, Geld war kein Thema, weil vorhanden, Schulbildung abgeschlossen. Gewalt in der Familie nicht vorgekommen, auch wenn jede Familie ihre eigenen Themen hat. (Damit könnte man, aber ich will nicht, nicht mehr, sich endlos beschäftigen, mit den eigenen Familienmustern auseinandersetzen…) Keine Existenzbedrohlichen Situationen, ok, fast keine, in der Vergangenheit. Keine Drogen, Mager-oder Alkoholsucht. Fast ausschließlich nette Partner an meiner Seite und wenn die Arbeit nicht passte, war ich nach ein paar Monaten raus. Inzwischen bin ich glücklich verheiratet, mein Mann und ich lieben uns, ich habe ein Studium abgeschlossen, einen interessanten Job und ein über die Maßen von uns geliebtes Kind. Wir können heizen, gut essen und sogar verreisen. Wir empfinden Freude und Dankbarkeit. Wir haben Freunde. Meine Eltern leben noch.
Das einzige, was nicht passt an meinem Leben, ist dass ich ein Leben unter meinen Verhältnissen lebe. Jemand, der materiell alles hat und trotzdem nicht nach den Sternen greift. Finde den Fehler!
Es geht um Emotion. Man kann wohlhabend sein, und sich trotzdem nicht reich fühlen. Ich glaube, genug Geld am Konto, ist allein kein Indikator für Reichtum. Reichtum ist, was du dir in deinem Leben ermöglichst, mit welchen Abenteuern du es füllst. Und diese Vorstellungskraft, was du erreichen möchtest, was du alles entdecken möchtest, die Entscheidungsfreude, denn Entscheiden will gelernt sein und schließlich der Mut, die Dinge zu tun und der Wille auch dran zu bleiben, wenn es sich mal nicht gut anfühlt, das ist erfüllend.
Was mir immer fehlte, war die Selbstdisziplin, Ich glaube, es beruht auf mangelndem Selbstvertrauen. Oder sich selbst zu wenig zumuten.
Deswegen besteht meine Übung für das ganze Jahr darin, täglich 10 Minuten zu schreiben. Und es ist egal zu welchem Thema. Aber einfach, sich diese 10 Minuten Zeit nehmen. Das ist nicht viel. Aber es geht mir um die tägliche Routine. Und wer es schafft ein Jahr lang täglich zu schreiben, sich diese Zeit zu nehmen für sich, der hat schon etwas geschafft.
Und zu der Frage, „worüber lohnt es sich zu schreiben?“ , habe ich auch eine Antwort.
Alles, das du wert findest, das es erzählt wird, ist es wert geschrieben zu werden. Und jeder Text, mit der nötigen Hingabe und Sorgfalt, geschrieben, wird einzigartig sein, weil niemand, genau niemand, die Dinge so erzählen kann, wie du. Du bist einzigartig!