Zeit in der Sanduhr – Tag 12

Schnell, schnell, bevor unsere Zeit abgelaufen ist, ihr unter der Erde liegt. Erde drauf, schnell, schnell Totengräber. Werden wir jede Gehässigkeit bedauern? Ja,ja. Werden Leute hinter uns trauern? Ja, ja. Nicht genug Zärtlichkeiten ausgetauscht zu haben. Es wird schwer.

Man muss sich vorstellen, dass der Himmel was wunderbar Schönes, Geborgenes ist, doch wie kann das sein, ohne unsere liebsten Menschen, die uns Nähe sind?

Eine Stadt ist geprägt von Gestalten. Jeden Moment erwarten wir sie um die Ecke, ein Schlag im Herzen. Sie werden nie mehr diese Straße entlang gehen. Erinnerungstücher, die uns begleiten, manchmal bemerken wir sie. Wer vermisst noch den Michel Piccolo von V. JM zumindest. Wie kann man gemeinsam trauern, ohne gleich die Fassung zu verlieren?

An einem sonnigen Karsamstag fühlt sich das Dorf mit Zweitwohnsitzlern. Nach einem langen Arbeitstag steigt der Fleischer auf sein Rennrad. So oft er kann, macht er Sport. Wird uns eines Tages die Nachricht erreichen, dass er abgestürzt, oder zusammen geführt oder plötzlich in der Natur zusammen gebrochen ist? Die Menschen hier am Land sterben so oft bei ihren Lieblings Aktivitäten und dann heißt es, er war doch noch so jung, oder so ein sportlicher Typ, auf jeden Fall ein ganz fleißiger.

Und für einen Moment ist der Rhythmus des Dorfes unterbrochen, ist Ratlosigkeit da, wie ohne ihn leben ? Aber irgendwann, irgendwann geht das Leben weiter, Lücken werden gefüllt, durch neue Menschen, die ins Leben oder die Straße betreten, und neue Wege werden begangen.

Vielleicht sind wir dann auch nicht mehr da. Die Wahrscheinlichkeit ist groß. Andere kommen und gehen… Über diese Erde spazieren.

Was würde eine Ameise im Garten dazu sagen? Oder ein frisch gesichelter Grashalm?

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