Gram.
Gram wiegt schwer.
Ich sehe dich lachend stehen im Wind, dein schlohweißes Haar weht mit den Wellen, die dich umgeben.
Im Hintergrund die Dünen und das weiße Haus.
Dein Zuhause.
Zu einer anderen Zeit,
an einem anderen Ort warst du wie fest getackert – angeheftet.
unbeweglich – Maschinen auf dich einhauend.
Manche grob, manche subtil.
wie an einem Kunstwerk feilend.
Als es plötzlich nichts mehr zu tun gab,
der bearbeitete Stein als Schutt um dich herum lag,
da beuteltest du dich ab
und gingst.
kein Gruß war notwendig,
denn die Menschen an diesem Ort
du würdest sie nicht wiedersehen.
Ein Anruf ereilte dich,
es war ein ruhiger Vormittag,
es war so warm, dass du das Fenster geöffnet hattest,
und du die Vögel zwitschern hören konntest,
in der Zwischenzeit hattest du gelernt, sie auseinanderzuhalten und sogar zu bestimmen,
ein Löwenzahn-Samen segelte durch die Luft an dir vorbei.
eine altbekannte Stimme,
die, die dich immer in Alarmbereitschaft versetzte.
Ich sag es Ihnen jetzt gleich hier.
Wir haben nichts mehr gefunden.
Ihre Werte sind gut.
Sie sind gesund.
Du wartest, ob noch etwas kommt.
Aber es ist nur Stille im Telefon.
Ganz sanft, in Zeitlupe, erreicht dich diese Nachricht,
wie ein Tautropfen auf der Blüte glitzernd die Morgensonne einfängt um dann plötzlich nach langer Betrachtung auf den feuchten Boden herunterkullert und zerplatzt.
Du legst auf.
Sitzt still da. Hörst die Vögel zwitschern,
die Sonne als Reflexion am Häuserdach gegenüber spiegelt,
der Himmel ist wolkenlos.
Du lächelst. „Heute könnte ein guter Tag, sogar ein schöner Tag werden.“
Tränen rinnen dir die Wange hinunter.
Du öffnest die Haustüre, gehst hinaus auf die Straße.
Alles schaut wie immer aus und ist dir wohlbekannt.
Kein Johlen, kein Freudentanz von den entgegenkommenden Menschen.
Das Leben hier geht weiter wie immer.
Du gehst, spürst deine Füße auf dem Boden, spürst deine Kraft in dir, atmest tief ein- da ist kein Widerstand. Und du gehst.
„Ich bin frei. Das war’s für mich hier.“
der Gedanke macht sich Raum.
Du verlässt den Kirschenort, den trügerischen,
der nur im ersten Anschein kokett war, plötzlich
nicht mehr so nett war. Doch all das war einmal.
Du bist frei.
Läufst mit den Möwen und Hunden im Wind.
