Parkplatz – Tag 24

Auf einem großen Parkplatz in der Stadt stehen zwei Minibusse nebeneinander. Der eine ist weiß, der andere blitzblau. Wenn man in den weißen Bus bei der Heckscheibe rein sieht, fallen einem die rot gemusterten Pölster auf, die gegen die Scheibe gequetscht sind und die hellen Vorhänge mit Blümchen. Ein Auto als Puppenheim in groß verwirklicht.

Das blaue Auto ist alt und leer. Die Sitzbänke der hinteren Reihe sind umgeklappt und da liegt ein Kind, ein Mantel über sich drüber. Unter dem Kopf ein flacher Polster Sie wollte ihm mehr anbieten, aber er schläft gerne so. Sie ist froh, dass er mitgekommen ist. Die Frau streichelt ihrem Sohn über den Kopf, der im Kofferraum liegt, die Beine zum Fahrerraum gestreckt.

Sie macht den Kofferraum zu und probiert mehrmals den Schlüssel im Schloss zu drehen. In Zukunft muss sie die großen Parkplätze finden.

Die Frau von dem Puppenheim kommt auf sie zu. Sind sie neu hier? Wollen sie was trinken? Zu schneller Einstieg in die Community. „Ich fahr jetzt rauf auf den Berg.“ „Das ist eine schöne Strecke! Viel Serpentinen und Schotter. Manchmal etwas eng!“ Ich sage ihr das, damit sie weiß,dass sie manchmal zurück fahren muß, wenn ihr jemand entgegen kommt. Auch wenn der, der den Berg runter kommt, das eigentlich tun sollte. Ob die Franzosen das auch wissen? Ich komme gerade von dort. Von der Forschungsstation .

Ich habe vergessen, dass ich eigentlich noch einen Vortrag halten wollte. Am Nachmittag wäre ich dran gewesen. Ich bin umgeben von hohen Häusern. Die erinnern sich nicht daran. Ihre staubigen Mauern, weiß und hellorange und gelb spiegeln nicht meine universitäre Laufbahn wieder. Diese Frau, die in weißen Glockenhosen beim blauen Auto steht. Große Wangenfüllende Sonnenbrille aufsetzt. Sie öffnet die Fahrertür und steigt die Stufen rauf. Lächelt über den Staub und das weiße Regal, das sie demnächst einbauen wird.

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