nachtgespenster- tag 4

abends um Acht, wird das Licht angemacht.

damit kleine Kinder ohne Gespenster zu Bett gehen können. die Erwachsene hält ihre Hand und bewacht sie.

La lechuza hace Shhh..

vor Erschöpfung einschlafen. Mitten in der Nacht wieder aufwachen. Jetzt geistesgegenwärtig die Entscheidung treffen : wieder einschlafen oder kurz noch etwas lesen? Auf dem Papier oder im weiten, weiten Internet?

Sie wird klug sein, diese Nacht.denn der Tag ist gemacht. Und die Unruhe, die das zappen und wischen und blink blink der Werbung so braucht, wird sich irgendwann überreden lassen und merken, dass Schlaf und Dunkelheit und absolute Stille ein gutes Heilmittel ist gegen Nervosität.

Schlaf ist wichtig
Ohne Schlaf liegen irgendwann am Tag die Nerven blank laufen Läuse unkontrolliert über die Leber, brechen Mini-Vulkane aus, kommen Drohungen und Schimpf aus meinem Mund, die das Gegenüber für den eigenen Grant verantwortlich machen wollen, und als ich sie gehört habe, Jahrzehnte her, als Kind, schon fadenscheinig waren.

„Spiel dich nicht!“ war mein meistgehörter Satz der überforderten Mutter.

welche der vielen Sätze von mir wird bei meinem Kind hängen bleiben?

Ich hoffe, es werden ihm auch die vielen kuscheligen Momente bleiben, dass es nie weggeschickt wurde, wenn es Mitten in der Nacht kam, um unser Elternbett für sich in Anspruch zu nehmen.

Das wird die letzte Nacht für einen Monat sein. Ich darf alleine sein, in der Ferne sein, meine Freundin sehen, sie nicht mit ihrem Krebsdings alleine lassen.

Ich wische es immer weg, winke es ab, wenn andere sagen, viel Kraft! „so nett von dir!“ Nett? Nett? Die Holzhackerin in mir, die es auch gibt, stößt alle mitleiden wollenden zur Seite. Bei Bedarf werden die Ärmel aufgekrempelt.

Es ist so klar für mich hinzufahren und da zu sein. Stark zu sein , oder nein, einfach da sein, wo der andere es nicht mehr kann, für den Moment, für den Moment.

Vielleicht ein bisschen mitweinen, ruhig werden, etwas finden, was Gemeinsames zum Lachen, Erlebtes und uns Zustoßendes.

Bissl Tee kochen. (alles, was der Magen behalten kann.)

Ich reise an mit einem ganzen Koffer an Entspannungstools, für mich, denn es könnte hart werden. In mir spüre ich schon den tiefen Spalt der sich geöffnet hat, wo alle meine Nachtgespenster als Kind, bislang gut verwahrt blieben.

Und ich war ein sehr ängstliches Kind ! Sehr ängstlich.

Ich fürchte mich, vor dem Hauch des Todes , der Ohnmacht nichts tun zu können. dem anderen , meiner lieben Freundin doch weniger Hilfe sein zu können.

Ich fürchte mich, vor dem Schrecken, der mir tief in den Gliedern sitzt.

Dem Anblick des Körpers, der verdirbt, weil der Mensch seinen Kampf sein lässt, nicht weil er nicht leben will, aber weil er einfach der vielen Kämpfe zu schwach ist. Sein Körper der aufgibt und sagt “ rien ne va plus“ . Der Anblick von … es war heftig.unmenschlich entstellt. Bis zum Tod.

Danach friedlich. Anmutig, schöne alte Frau.

Doch halt! Das ist ein anderes Bett, in einer anderen Stadt und hier sind wir noch lange nicht ! Noch lange nicht! En garde!

Das Leben läuft noch. Wir sind noch im Spiel. Niemand weiß, wann der Sand, das letzte Sandkorn durch die Uhr gelaufen ist.

Ich will glauben, uns bleiben noch viele Jahre. Ich möchte deine weissen Haare sehen. Dein verrunzeltes Gesicht.

Ich bin bei bei dir und mit dir..und aus. Das ist doch schon gut! Ich bin eine gute Verteidigerin des Lebens. Das wird schon. Danke , gute Nacht, es tut gut meine Ängste zu teilen, sich nicht allein zu fühlen.

So ist das Schreiben, die Äußerung wohl auch so etwas wie ein Bett, wo wir Erwachsenen hingehen dürfen, wenn wir einen Albtraum hatten. Alles gut, wir sind noch da. JA.

Und unser Kind, unser Sohn, er wird sein Bett haben, wo er sich verkriechen kann und anschmiegsam sein. Ein sehr warmes, weiches. Erleichterung, genug Ressourcen für Umsorgen in alle Richtungen. Verstreut euch! Allez!

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