Der Gott in uns und anders wo?

Nicht besonders groß, von Läusen befallen inmitten des Betons der Großstadt, bist du trotzdem etwas Besonderes. Mein Hingucker!

Wenn ich bemerke, fast wie nebenbei, in der Hektik des Alltags und Berufserfordernissen. ( Aus der Entfernung der innere Kritiker, der weggesperrt , zu mir haucht, was faselst du, du tust doch nichts. Wenn ich ihn wahrhaben würde. Bleibe wo du bist.) Wenn ich bemerke, dass der untere Rücken sich meldet, der Brustbereich sich eng und heiß anfühlt, die Schilddrüse feuert und der Kopf hinter Nebel verschwindet und mit ihm die Konzentration, die Klarheit, die Zielgerichtete Ausrichtung.

Ich nehme es wahr und halte inne, während ich über den Gang eile und öffne das Fenster und erblicke dich.

So einfach und so schön und so komplex! Drei in einem. Und für einen Moment gelingt es mir zu atmen. Tiefer als bis zum Zwerchfell.

Wenn jeder Mensch diesen Halt für sich erfahren dürfte. Ach, wäre unsere Welt anders? Erster Gedanke.

Und zweiter Gedanke. Oder braucht jeder Mensch ein gegenüber um sein Glück oder was er will, zu teilen ? Und hat er das nicht, hat er nur das schöne Schauen, bleibt er dann gluxjzlsigbind = glückselig, dreht sich um und ist einsam in der Welt?

Wenn du betest, weil du glaubst, an Gott, aber er bleibt für dich immer im Himmel und du bist unten, armer, schwacher Mensch. Der erlöst werden darf, mit Gottes Gnade, aber du dich nicht bereit, berechtigt dazu fühlst, weil irgendwie alle dir von kleinauf dich ihre Überlegenheit haben spüren lassen, und dir nie auf Augenhöhe begegnet sind und vielleicht in anderen oder gleichen? Momenten, warst du behütet, an der Hand, dein Kopf getätschelt, so dass du dich nie aufrichten konntest, aus eigenen, freien Stücken und Wille.

Dein Wille geschehe, weil mein Wille nicht zählt.

Seitdem ich dem lieben Gott, der mir als Kind beigebracht würde, erweitert habe um Ebenen, Charakterzüge, und nicht nur da oben weilt, sondern auch in der Natur spürbar ist, bin ich entspannter.

Und das ist doch schon viel.

Ich schreibe das für einen Menschen, der betet, betet, betet und trotzdem kreuzunglücklich ist, und dafür habe ich viel Mitgefühl. Für seine Einsamkeit.

Und gleichzeitig so geborgen von meiner Familie, in ihrem Kreis und auch, den Aktivitäten, die uns als Familiengruppe ausweiten lassen.

Während die alten Kreise schwimmen und sich auflösen oder drohen unterzugehen. Haltlos, rastlos, in einem Strudel von Nicht- geliebt fühlen und nicht gesehen werden in ihrem Schmerz. Beziehungsweise auch wir, die anderen, die noch nicht die Mittel gefunden haben, die Schmerzen unseres Gegenübers auszuhalten ohne nicht selbst verletzt zu werden.

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